Wednesday, December 7th, 2016

Team-WM 2014: Deutschland unterliegt China mit 1:3

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Trotz aller Beteuerungen unterliegt Deutschland China erneut deutlich mit 1:3 bei der Team-Weltmeisterschaft 2014 in Japan. Nach 2012 in Dortmund, 2010 in Moskau und 2004 in Doha erfolgt damit eine weitere Niederlage und die Erkenntnis, dass selbst eine sehr starke deutsche Mannschaft den Chinesen einfach nicht das Wasser reichen kann. Nachfolgend die ausführliche Spielbeschreibung der einzelnen Partien:

Timo Boll – Ma Long … 0:3 (-6, -9, -9)

Beide Spieler begegneten sich zum Beginn des ersten Satzes auf Augenhöhe. Boll konnte sich anschließend eine 2 Punkte Führung erspielten, die er bis zum 6:6 verteidigte. Anschließend drehte Ma Long auf und ließ Boll keine Chance mehr. Boll verlor den ersten Satz mit 6:11. Guter Start auch in den zweiten Satz, in dem er sich mit 4:0 gleich am Anfang eine komfortable Führung erspielte. Doch auch diese hielt nicht lange und als sich der erste Satz beim Stand von 6:7 zu wiederholen drohte nahm Timo Boll die Auszeit. Der Satz blieb danach weiter eng, beim Stand von 9:8 für Ma Long nahm dann der Chinese die Auszeit, der sich ebenfalls über die Wichtigkeit des zweiten Satzes bewusst war. Trotz des Ausgleichs zum 9:9 Bolls eigenen Aufschlag, verlor der Deutsche mit 9:11 auch den zweiten Satz. Und obwohl Boll auch in den dritten Satz wieder gut startete, konnte er hinten heraus diesen Schwung einfach nicht mitnehmen. So endete der dritte Satz beim Stand von 9:9 ebenfalls wie der zweite, Ma Long machte die beiden letzten Punkte, ohne Boll auch nur den Hauch einer Chance zu lassen.

Dimitrij Ovtcharov – Zhang Jike … 3:0 (11, 8, 6)

Auch Dimitrij Ovtcharov startete sehr stark in seine Partie gegen Zhang Jike. Jike muss sich wie überfahren gefühlt haben, als es schnell 0:6 aus seiner Sicht stand. Doch wer meint, der Satz wäre damit schon entschieden gewesen, der hat immer noch nicht das Niveau der Chinesen begriffen. Als wäre nichts gewesen erspielte sich Zhang Jike Punkt für Punkt. Beim Stand von 7:7 nahmen die Deutschen dann die Auszeit, nachdem Ovtcharov das Spiel komplett entglitten war. Das Time Out schien sich auch erst auszuzahlen, zwei Satzbälle erspielte sich Ovtcharov, konnte aber keinen davon nutzen. Auch vom anschließenden Geschenkt des Chinesen, der den eigenen Aufschlag ins Netz beförderte, konnte er erst nicht profitieren. Erst seinen vierten Satzball verwandelte Ovtcharov dann zum am Ende doch etwas glücklichen 13:11.
Im Gegensatz zum ersten Satz lies sich Zhang Jike diesmal nicht so überrumpeln. Es entwickelt sich ein enges Spiel, beim dem sich der chinesische Trainer Liu Guoliang beim Stand von 6:7 gegen seinen Schützling zum Time Out gezwungen sah. Es half alles nichts, Ovtcharov spielte wie entfesselt, hatte wie im ersten Satz zwei Satzbälle und verwandelte diesmal gleich den ersten zum 11:8 Endstand.
Auch im dritten Satz stand Ovtcharov gleich zu Beginn unter Feuer. Mit viel Risiko, Kraft und Geschwindigkeit spielte er den Olympiasieger sprichwörtlich an die Wand. Erst beim Stand von 9:3 für den Deutschen fand Zhang Jike ins Spiel. Dann aber drohte das Spiel zu kippen, wie schon im ersten Satz schnappte sich Jike Punkt für Punkt. Doch der Abstand war zu groß und Ovtcharov zu stark, am Ende sicherte er sich vier Matchbälle und verwandelte gleich den ersten.

Patrick Franziska – Xu Xin … 0:3 (-5, -2, -8)

In der dritten Partie durften dann die beiden Youngster Patrick Franziska und Xu Xin ran. Auch wenn Franziska gut ins Spiel fand hatte er im ersten Satz gegen den Weltranglistenersten Xu Xin keine Chance. Am Ende stand es wenig überraschend 5:11 aus deutscher Sicht. Zu Beginn des zweiten Satzes musste sich Franziska dann einem 0:4 Rückstand stellen, ehe Jörg Roßkopf die Auszeit nahm. Doch Xu Xin ließ sich davon nicht beeindrucken und baute seinen Vorsprung auf 8:0 aus. Zwei Punkte konnte sich Franziska anschließend noch erspielen, wobei einer davon auch noch ein Kantenball war. Die dritte Partie war nun der erwartete sichere Punkt für die Chinesen. Denn auch wenn Franziska sich im dritten Satz noch mal fing und einige gute Bälle zeigte, war Xu Xin doch zu stark. Am Ende wurde es zwar noch einmal eng, aber Xu Xin gewann den letzten und dritten Satz mit 11:8.

Dimitrij Ovtcharov – Ma Long … 0:3 (-10, -5, -2)

Im ersten Satz fand Ovtcharov noch nicht zu seinem Rhythmus aus seinem vergangenen Spiel, konnte den Satz aber dennoch offen gestalten. Am Ende hatte er gar einen Satzball, nach dem er beim Stande von 7:9 gegen ihn, keinen Punkt mehr abgab. Diesen nutze er aber trotz guter Möglichkeit nicht und Ma Long bestrafte dies umgehend mit seinem 12:10 Sieg. Und auch wenn er sich im zweiten Satz kräftig wehrte nahm Ma Long beim Stand von 5:5 die Zügel in die Hand, gab keinen Punkt mehr ab und gewann diesen mit 11:5. Im dritten Satz nahm Jörg Roßkopf schon beim Stand von 0:2 die Auszeit. Es änderte nichts mehr an der klaren Niederlage. Mit 2:11 musste sich Ovtcharov einen entfesselt aufspielenden Ma Long geschlagen geben.


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